Denunziation und Diffamierung als linksgrünes Überwachungssystem – Ein Kommentar

Die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung ist ein Zeichen repressiver Systeme und ein Mittel zur Kontrolle. Ein solches System will Bürger, die schweigen. Dazu werden Organe etabliert, welche die Bürger überwachen und „maßregeln“. Ziel ist es, dass die Menschen aus Angst vor Repressalien (Arbeitsplatzverlust oder gesellschaftliche Ächtung) ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht (mehr) wahrnehmen. Der Rechtsstaat wird dabei ausgehebelt.

In Deutschland ist die Verhinderung der freien Meinungsäußerung durch ein Netzwerk aus Denunziation und Diffamierung keine 30 Jahre her. Es hieß nur anders, nämlich „sozialistisches Arbeiterparadies“. Der Typ „Mitmensch“, der im Dritten Reich seine Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen bespitzelte und auslieferte, war auch in der DDR zugegen und hat die Unterdrückung durch sein Treiben aufrecht erhalten. Nicht selten agierten die Denunzianten aus niederen Trieben heraus, aus Machttrunkenheit, Überlegenheitsgefühl oder Hass und unter dem Vorwand eine „gute Tat“ zu tun, wie es „von oben“ deklariert wurde. So nannte Erich Mielke die Staatssicherheit „antifaschistische Wachsamkeit“. Wachsamkeit, welche absichtlich und gezielt Existenzen vernichtete und Menschenleben kostete. Von Leuten ausgeübt, denen jeglicher Humanismus fehlt, die zerstören wollen um der Zerstörung willen, zerfressen von Neid auf Menschen mit Werten wie Rückgrat und Ehrlichkeit, von Personen ausgeführt, die ihr unmoralisches Verhalten mit der Etikette des Guten versehen haben, um die Bürger zu täuschen.

Daher ist es wohl kein Zufall, dass nun eine private, aus Steuergeldern finanzierte „Dokumentationsstelle“ im Auftrag der rot-rot-grünen Landesregierung unter Leitung der ehemaligen Stasi-Informantin Anetta Kahane (IM Victoria) in Thüringen entsteht. Die „von oben“ geschaffene Denunziation ist zurück, und sie gibt sich wieder verklärende Selbstbezeichnungen.

Geschmackloser geht es im Grunde kaum. Doch spielen die Sinne hier keine Rolle, schließlich geht es um linksgrüne Kontrolle im virtuellen wie im wirklichen Leben, multipliziert durch das Internet.

Und das alles mehr oder weniger öffentlich installiert und von öffentlichen Geldern bezahlt.

Für Diffamierer jedenfalls ist das eine gute Nachricht. Könnte ihr primitiver Trieb nach Macht, Herrschaft und Gewalt durch Zensur doch durchaus üppig alimentiert werden. Ein stattliches Einkommen für den Mangel an Moral, was die Linksgrünen ironischerweise ja immer den „Kapitalisten“ vorwerfen.

Am Ende geht es politisch-korrekten Agitatoren durchaus um rein persönliche Vorteile, und der mit einem edlen Beweggrund verzierte Akt der Herabwürdigung und Ächtung von Bürgern ist nur das Ausleben der eigenen Charakterlosigkeit. Das Diffamieren anderer kann nur jemandem Spaß bereiten, der seine Unzulänglichkeit und moralische Verkommenheit auf diese Weise kompensieren und vergolden will.

Und es dürfte vielen der KorrektzensorInnen auch darum gehen, das Beständige, Tradierte, das Schöne auszulöschen (der Brite würde es beschreiben mit „all beauty must die“), im Bestreben danach selber an den Schalthebeln der Macht zu sitzen, ohne Rücksicht auf die Folgen und den Schaden.

Schaut man in das Antlitz so mancher Berufskontrolleure ist jedenfalls von Empathie und Mitgefühl nichts zu sehen. Müssten sie diese Geschehnisse abbilden, würden politisch-unkorrekte Karikaturisten wahrscheinlich einfach das entsprechende Konterfei eines „engagierten“ Gesinnungswächters nehmen und mit der Frage versehen: Ist das ein(e) Menschenfreund(in)?

Die wichtige Frage unabhängig von den wahren Motiven der 2.0 Meldungsmacher und Facebookwarte ist, ob wir uns wieder einem System der Bespitzelung und Gängelung beugen – egal wie verklärend sich dieses Konstrukt selber nennt – oder ob wir die Demokratie durch das Einfordern der Meinungsfreiheit lebendig halten. Die Antwort darauf gibt u.a. die deutsche Geschichte!

Nadine Hoffmann