„Unternehmen investiert in USA, statt in Berlin, Erfurt, Leipzig und Görlitz“

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Siemens-Chef Joe Kaeser offen Zustimmung für die Politik von US-Präsident Donald Trump bekundet. „Glückwunsch zur Steuerreform“, sagte Kaeser laut einem dpa-Bericht bei einem Abendessen zum US-Präsidenten. Und fügte hinzu: Angesichts der erfolgreichen Reform habe Siemens entschieden, eine neue Generation von Gasturbinen in den USA zu entwickeln. Gleichzeitig hält Kaeser an der Absicht fest, Tausende Stellen in Deutschland zu streichen.

Dazu sagt der AfD-Bundestagsabgeordnete und Arbeitsmarktexperte Jürgen Pohl:

„Mit seinem Lob für Donald Trumps Steuerpolitik hat Siemens-Chef Joe Kaeser offen zugegeben, dass er im Kern ein Neoliberaler ist, dem die Sorgen der Beschäftigten in Deutschland gleichgültig sind. Erstens lobt er eine Steuerreform, die vor allem die Konzerne und Reichen entlastet, zweitens kündigt er Investitionen in den USA an, während er in Deutschland Werke schließen und Arbeitsplätze vernichten will.

Warum baut Siemens die Entwicklung neuer Gasturbinen nicht in Deutschland auf und sichert so etwa den Bestand und die Arbeitsplätze des Berliner Gasturbinenwerkes? Warum unterstützt Joe Kaeser Trumps „America-first-Politik“, statt den Technologie- und Arbeitsplatzstandort Deutschland zu stärken?

Nach wie vor lässt Kaeser die Beschäftigten des Erfurter Generatorenwerkes im Ungewissen darüber, wie es mit ihnen weitergeht. Über 600 Familien bangen um ihre Existenz. Kaeser will das Werk verkaufen. Das ist ein deutlicher Beleg dafür, dass es nach wie vor rentabel arbeitet, denn sonst würde er niemals die Hoffnung haben, einen Käufer zu finden.

Statt unliebsam gewordene Konzernteile zu verkaufen, könnte Siemens ebenso gut am Standort Erfurt in neue Techniken investieren und so dauerhaft Arbeitsplätze sichern. Lieber Joe Kaeser, einem guten Unternehmer geht es nicht nur um Gewinn, sondern auch um das Wohl der Mitarbeiter am Heimatstandort Deutschland.“

Quelle: Jürgen Pohl, MdB